Seit wenigen Tagen sind sechs sogenannte Roças in São Tomé e Príncipe als UNESCO Welterbe klassifiziert. Und Sie können alle diese Orte besuchen, Sie können dort wandern, forschen, eine Museum besuchen, kleine Unternehmer treffen, aber auch baden, speisen, ein Cocktail trinken, übernachten oder sogar Schokolade mit nach Hause bringen. Denn einige dieser Roças haben heute ein touristisches Angebot.

Wichtiger jedoch ist, dass die Roças São Tomé e Príncipes wesentlicher Teil der Identität des Landes sind. Hier wurde in kolonialer Zeit der Reichtum erwirtschaftet. Hier arbeiteten die Sklaven und Kontraktarbeiter, hier lebten die Verwalter in herrschaftlichen Häusern. Die Roças waren autarke landwirtschaftliche Betriebe, oft mit eigenem Hafen, manchmal einer Eisenbahn – ein System geschaffen, um Zucker, Kaffee, Kakao, Kokos oder ähnliches vor Ort effizient anzubauen und direkt nach Portugal zu exportieren.

Die Ernennung der Roças São Tomé e Príncipes wird im Land als Anerkennung der Geschichte des Landes gesehen. Außerdem ist die Leistung als Welterbe natürlich eine besondere Würdigung, dank eines langen Prozesses der Zusammenarbeit zwischen Regierung, UNESCO und privaten Initiativen in São Tomé e Príncipe.

Hier die sechs Welterbe-Roças:

– Roça Água Izé: Im 19. Jahrhundert wurde hier die Kakaopflanzung eingeführt. Die Roça ist heute vor allem durch ihr beeindruckendes Krankenhaus-Gebäude mit einer riesigen Freitreppe bekannt. Sehr gut zu erkennen sind die einfachen Massenunterkünfte der Sklaven oder späteren „Kontraktarbeiter“.

– Roça Diogo Vaz: Hier wird aktuell organischer Kakao angepflanzt und verarbeitet. Eine exzellente Schokolade ist unter dem gleichnamigen Markennamen erhältlich und ein Café in der Hauptstadt lädt zu Schokolade und Eis aus eben dieser Herstellung ein.

– Roça Sundy: Mit beeindruckendem Blick über das Meer im Norden der Insel Príncipes, wurde hier im Jahr 1919 erstmals Albert Einsteins Relativitätstheorie wissenschaftlich bestätigt. Heute ein stilvolles Hotel mit Bar und Restaurant.

– Roça Belo Monte: Hier lockt der wohl spektakulärste Ausblick des Landes. Vom „Schönen Berg“ steht man am Aussichtspunkt mehr als 100 Meter über dem malerischen „Bananenstrand“ mit seinem türkisen Wasser und weißem Sand. Heute ist Belo Monte ebenso ein Hotel.

– Roça Monte Café: Schon hoch in den Bergen liegt der „Kaffeeberg“, meist etwas im Nebel mit einem imposanten zentralen Appell-Platz unter der Glocke, die jeden Morgen zur Arbeit rief. Ein Museum in den ehemaligen Werkstätten erinnert an die entbehrungsreiche Arbeit und zeigt mit Fingerabdruck unterschriebene Verträge der Arbeiter. Ein kleines Unternehmen bietet lokalen Kaffee und ein gutes Restaurant.

– Roça São João: Auf halbem Weg zur Südspitze der Insel São Tomé lädt diese Roça immer zu einem Stopp ein. Entweder im Restaurant oder einem der circa 8 Gästezimmer. Das Essen wird von einem Koch verantwortet, der aus dem portugiesischen Fernsehen bekannt ist. Künstler arbeiten vor Ort.

Quelle zu UNESCO Veröffentlichung:
https://whc.unesco.org/en/list/1750/